Best Of… 2009!

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu und überall hoert und liest man nun über die besten Alben des Jahres, egal ob im Fernsehen oder in den einschlaegigen Musikmagazinen. Doch nirgendwo findet man so viele Toplisten wie im Internet. Seitdem das Internet jedem eine Stimme gegeben hat (danke Kevin Smith), praesentiert jeder am Ende des Jahres seine Top 5 und auch ich moechte Euch meine Lieblings-Alben des Jahres nicht vorenthalten.

bestof09_highfidelityIch habe lange überlegt, wie viele Alben ich in meine Top-Liste aufnehmen soll. Da ich mich ständig mit neuem Stoff versorge, könnte ich auch 10 oder 15 Scheiben in diese Liste packen, doch irgendwie finde ich, dass das den Stellenwert der ersten drei Alben schmälern würde, die ersten drei sind ja schließlich immer was Besonderes! Aber nur drei Alben wiederum wären viel zu wenig, also entschloss ich mich dazu es so zu machen wie die Jungs aus High Fidelity: Ich mache eine Top-5 Liste.

Platz 5

bestof09_mamakininthecityfronMama Kin – In The City
Wie ich schon in meinem Review schrieb, sind die 4 schwedischen Jungs von Mama Kin die Reinkarnation des Achtziger Kiss-Sounds und ihr Song Too Much klingt wie eine neue, frische Version des Animalize-Klassikers Thrills In The Night. Sänger Ward kommt an einigen Stellen des Albums sehr nahe an Paul Stanley heran, klingt aber dennoch überraschend anders.
Dazu gibt’s eine Prise Ratt in Mrs. Operator, das sogar von einem Telefon-Call eingeleitet wird.
Mama Kin haben mit diesem Album ein absolut geiles Stück Rock’n’Roll abgeliefert und ich hoffe, dass sie uns in 2010 auf den Bühnen unserer Clubs kräftig in den Hintern treten werden!
Wenn ihr mehr über das Album erfahren wollt, klickt bitte hier.

Platz 4

bestof09_crucifiedbarbaratilldeathdouspartyfrontCrucified Barbara – ‘Till Death Do Us Party
Dass ich ein Crucified Barbara Fanboy bin, wird jedem klar, der sich etwas auf unserer Site umschaut: Sie stehen in unserer Partner-Liste, ihre Bilder finden sich in unserem Design wieder und mit ihnen hatten wir unser erstes face-to-face Interview, in dem ich auch noch zugegeben habe, das ich mir ganz uncool meine Alben hab signieren lassen. Demnach ist es klar, dass auch das Zweitwerk der Schwedinnen hier auftauchen muss, aber ich kann euch sagen, dass dieses Album es auch musikalisch total verdient hat.
Schon der Opener Killer On His Knees macht deutlich wo es langgeht: Harte, alles niederwalzende Riffs, die wie eine Gewitterfront über einen hereinbrechen und Refrains zum Niederknien. Weitere Highlights sind die erste Single Sex Action, die zusammen mit Mats Levèn eingespielte Halbballade Jennyfer und das brachiale Feels Like Death. Diese Mädels haben das Zeug dazu Girschool in Rente zu schicken.

Platz 3

bestof09_joebonamassatbojhfrontJoe Bonamassa – The Ballad Of John Henry
Joe Bonamassa ist der große Anführer der neuen Blues-Generation und live schon seit einigen Jahren eine Bank. Leider waren seine Studio-Alben bisher nie voll und ganz überzeugend, doch mit The Ballad Of John Henry änderte sich das in diesem Jahr. Die Hälfte der Songs schrieb Bonamassa laut eigenen Aussagen in der glücklichsten Zeit seines Lebens: Er war verliebt, schwebte auf Wolke 7 und dachte die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Doch diese verließ ihn mitten im Songwriting-Prozess und Joe schrieb die andere Hälfte des Albums am Boden zerstört. Doch der Qualität des Albums tat dies keinen Abbruch. Zusammen mit Musikern wie Anton Fig & Bogie Bowles (beide Drums), Carmine Rojas (Bass) und dem Rhythmus-Gitarristen Blondie Chaplin spielte Bonamassa das beste Album in seiner Karriere bis jetzt ein. Der Titeltrack The Ballad Of John Henry leitet das Album mit seinem bösen Riff und dem stampfenden Groove perfekt ein, ehe Joes Version von Sam Browns Stop! zeigt was für ein unheimliches Talent er an der Gitarre ist. Meine Lieblingssongs sind allerdings Happier Times und Feelin‘  Good. Happier Times wurde an dem absoluten Tiefpunkt in Joes Leben geschrieben und das bringt der Song auch rüber. Die Mischung aus Joes Gitarre und Anton Figs Killer-Drums macht diesen Song zu einem der besten überhaupt! In Feelin‘ Good hingegen kommt Bonamassa wieder auf die Beine und blickt nach vorn: Dieser Song vermittelt gute Laune und motivierte mich schon das ein oder andere Mal, seitdem ich ihn das erste Mal gehört habe.
Joe Bonamassa ist mit diesem Album endgültig in der ersten Liga des Bluesrocks angekommen!

Platz 2

bestof09_kisssonicboomfrontKiss – Sonic Boom // Ace Frehley – Anomaly
Okay, eigentlich sind Platz 2 Platz 1 und 2. Oder Platz 2 ist eigentlich Platz 2 und 3. Aber ich hab doch nur 5 Plätze und musste irgendwie 6 Alben reinkriegen, deswegen teilen sich Sonic Boom und Anomaly Platz 2, da sie ja beide auch irgendwie von derselben Band sind (siehe auch Kiss Vs. Kiss). Sonic Boom ist für mich die Überraschung  des Jahres, schließlich habe ich Tommy Thayer und Eric Singer bisher dafür verabscheut, das sie in die Make-Ups der Originalmitglieder Ace Frehley und Peter Criss gesteckt wurden. Doch genau diese beiden überzeugen mich mit ihren Leistungen auf dem Album am meisten; Tommy spielt eine wahnsinns Leadgitarre und Eric prügelt sich mit viel Schmackes durch die durchweg hochwertigen Kompositionen. Stand, Russian Roulette und Never Enough beweisen das Paul Stanley und Gene Simmons immer noch Hits schreiben können und Sonic Boom reiht sich nahtlos in die lange Liste der Kiss-Klassiker ein.
bestof09_acefrehleyanomalyfrontAnomaly hingegen war weniger eine Überraschung, schließlich hat Ace Frehley noch nie eine schlechte Platte abgeliefert und Anomaly macht da keine Ausnahme, die Platte ist sogar Aces beste bisher. Foxy & Free ist ein kleiner Jimi Hendrix Tribut, Outer Space & Pain In The Neck verursachen mit ihrem treibenden Riffs wirklich Nackenschmerzen und mit Change The World, A Little Below The Angels & It’s A Great Life zeigt Ace welch guter Songwriter er ist. Nebenbei zeigt er in Fractured Quantum, dass er immer noch ein richtig guter Gitarrist ist und ich wette, das The Sweets Fox On The Run ein Highlight bei Ace’s Konzerten wird!

Platz 1

bestof09_loaedsickDuff McKagan’s Loaded – Sick
Duff McKagan war neben Axl Rose immer mein Lieblings GNR-Member und ich mochte schon seine Solo-Alben Believe In Me und Beautiful Disease. Auch die Loaded-Sachen hatten mir bisher immer gut gefallen, das Debüt Dark Days war schön düster und hatte viel Wut im Bauch.
Dennoch hätte ich nie gedacht, dass es Sick schaffen würde mein Album des Jahres zu werden!
Alles fing an am Tag des Release: Ich zog los, um mir das Album zu kaufen und Duff lächelte mich fröhlich von einem kleinen Aufkleber auf der Hülle an. Dazu zeigte er mir den Mittelfinger und darüber stand der den Rolling Stones entliehene Spruch „It’s Only Rock’n’Roll“. Das fand ich schon so unheimlich cool, dass ich es kaum erwarten konnte das Album zu hören. Zuhause schmiss ich das Teil dann in den Player, setze mich auf das Sofa und öffnete mir ein kühles Bierchen. Doch schon nach dem Titeltrack, der die LP eröffnet,  konnte ich schon nicht mehr ruhig auf dem Sofa sitzen. Was für ein starker Song! Wenn man sich einmal drei Minuten Zeit nimmt und sich die Lyrics in Ruhe durchliest merkt man auch ziemlich schnell das Duff’s Ex-Velvet Revolver Kollege Scott Weiland in dem Song nicht sehr gut wegkommt.
So wie das Album anfängt macht es auch weiter, egal ob Sleaze Factory oder Translucent: Es wird einfach nur gerockt und das mit mächtig Spaß an der Sache. Nur bei Mother’s Day und Wasted Heart drücken die Jungs von Loaded etwas auf die Bremse, aber nicht auf den Qualitätslevel.
Sick hat von Anfang an Spaß gemacht und tut dies auch nach dem einhundertsten Hördurchgang.

bestof09_3empfelungenWie ich bereits in der Einleitung zu meiner Top-List schrieb sind 5 Plätze eigentlich viel zu wenig und deswegen möchte ich euch noch drei weitere Scheiben ohne größer drauf einzugehen ans Herz legen:

The AnswerEveryday Demons
The Black Crows Before The Frost… Until The Freeze
Eric Clapton & Steve WinwoodLive From Madison Square Garden

bestof09_2flopsAllerdings brachte das Jahr 2009 auch zwei große Enttäuschungen mit:
Meine Metal-Helden Megadeth enttäuschten mich zum zweiten Mal hintereinander mit ihrem neuen Longplayer. Zwar wird Endgame überall als Rust In Peace Nachfolger abgefeiert, doch ich finde bis auf den typischen Songtitel The Hardest Part Of Letting Go… Sealed With A Kiss keine Parallelen zu dem Meisterwerk der  frühen Neunziger. Ich finde das Album zu vorhersehbar, die Songs zu schwach und es kommt einfach keine Spannung auf. Das ganze gipfelt in dem Song Bodies, hier klaut Dave Mustaine bei sich selbst. Oder findet ihr nicht, dass sich der Refrain verdammt stark nach Angry Again anhört?
Die zweite Enttäuschung war Lita Fords Comeback-Album Wicked Wonderland. Ich hatte erwartet, dass sie auf die neue Sleaze- und Glamwelle aufspringt und da weitermacht wo einst Dangerous Curves aufhörte. Was ich bekam, könnt ihr hier nachlesen.

So, das waren meine Top 5 und ich hoffe sie haben euch gefallen. Vielleicht kennt ihr ja die ein oder andere Scheibe noch nicht und werdet sie euch nun besorgen, oder aber ihr sagt „Was ist das für ein Penner? Loaded auf 1? Der Typ hat doch keine Ahnung!“.

5 thoughts on “Best Of… 2009!

  1. Danny says:

    WASP eine starke Scheibe? Babylon ist die Enttäuschung 2009 für mich überhaupt! Und was Duff angeht…habe die SICK erst seit kurzem aber einen platz unter den ersten 5 haben sie auf jedenfall verdient. Nr1 wäre es bei mir allerdings nicht geworden. Weitere Platten die hier nicht erwähnt wurden wären : Placebo – Battles for the Sun und 69 Eyes – Back in Blood welche zu meinen Highlights des Jahres gehören!

  2. Eric Eric says:

    @FireFly: Beg For It liegt bei mir auf Platz 6, hats nur gaaanz, ganz knapp verpasst…. WASP haben eine ebenfalls starke Scheibe abgeliefert, die für mich allerdings nicht in die reichweite meiner top 5 kommt…. wolfmother werd ich einfach nicht mit warm, voj hatten wir ja schon die diskusion und den rest muss ich mir einfach noch reinziehen… also dirty penny, hot leg und europe…. bin ich bisher noch nicht zu gekommen….

    @Beasty: Ich finde auch das Duff und seine Jungs es verdient haben… großartige Scheibe und geniale Gigs…

  3. Beasty Baby says:

    Ich find Duff hats verdient! ;)

  4. Firefly says:

    Alles sehr gute Alben, aber meine Favoriten sehen dann doch etwas anders aus. ;)

    1. Vains of Jenna – The Art of Telling Lies
    2. Hot Leg – Red Light Fever
    3. KISS – Sonic Boom
    4. Wolfmother – Cosmic Egg
    5. Hardcore Superstar – Beg For It
    // + Dirty Penny, The Answer, Loaded, Europe, Joe Bonamassa, W.A.S.P.

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