The Brew-Join The Monkey Train

header_thebrew

Es ist ein langweiliger Freitagnachmittag irgendwann mitten im Winter des laufenden Jahres. Die englischen Bluesrocker The Brew proben in ihrem Proberaum in Grimbsy, ein Ort in der Nähe von Leeds, um sich auf ihre anstehende Tour vorzubereiten. Puenktlich zur Teatime um 17:00 Uhr unterbrechen sie ihre Proben und ganz nebenbei geben sie uns auch noch ein Interview.

The Brew starten derzeit richtig durch – es gibt kaum eine Band, die im Underground für so viel Aufsehen  sorgen konnte. Besonders in Köln machten sie sich letztes Jahr mit ihrer Colonia-Tour einen Namen. „Ja, das war eine coole Sache“, beginnt Tim Smith, seines Zeichens Bassist der Band, das Interview. „Unser deutscher Freund Marcus Neu hatte uns damals diese kleine Tour organisiert. Wir spielten sechs Shows hintereinander in unterschiedlichen Kölner Clubs und jeden Abend kamen mehr Leute!“ Eine dieser Shows fand damals zusammen mit Lance Lopez und Joe Bonamassa im Tanzbrunnen Köln statt, ein wunderbares Open Air Konzert im Herzen der Stadt, direkt am Rhein. Die Shows von Lance Lopez und Joe Bonamassa sollten an diesem Abend für den WDR Rockpalast mitgeschnitten werden.

Doch während Lance Lopez seinen Mann steht, gibt es zwischen dem Rockpalast-Team und Joe Bonamassa eine heftige Meinungsverschiedenheit und Bonamassa untersagt dem WDR schließlich die Aufnahme seiner Show. Dadurch wird die Sendezeit für The Brew frei und dieser Mitschnitt erweist sich als absoluter Karrierepush für die Band. „Die Rockpalast Show hat uns in Deutschland einen sehr guten Namen eingebracht“, sagt Tim, ehe er schmunzelnd hinzufügt „Wir müssen uns wohl bei Joe Bonamassa bedanken – ohne ihn hätte es diese Aufnahme nie gegeben“. Während die Band in Deutschland und in vielen anderen Ländern auf dem europäischen Festland gut abgeht, tut sie sich in ihrer Heimat Großbritannien bisher eher schwer – Gigs in kleinen Pubs waren bisher das Höchste der Gefühle. Doch am 29. Januar 2010 erschien ihr neues Album, A Million Dead Stars, und mit diesem Album soll sich nun auch in ihrer Heimat alles ändern.

„Das Album hat bisher nur positive Reaktionen hervorgerufen und es scheint auch so, als würde die positive Welle auch in unsere Heimat überschwappen. Das Interesse an der Band hier in Großbritannien wird größer und größer. Wir hatten gehofft, dass das irgendwann so kommen würde“, freut sich Tim. Das Album erscheint beim renommierten deutschen Label Jazzhaus Records. Das Label ist bekannt für ihre erstklassigen Jazz-Veröffentlichungen, da drängt sich natürlich die Frage auf, wie The Brew mit ihrem harten Bluesrock an dieses Label geraten sind. „Unsere Zusammenarbeit begann ein paar Jahre zuvor, sie waren zunächst nur Tourmanager in Deutschland“, erinnert sich Tim zurück. „Doch die Zusammenarbeit mit ihnen klappte sehr gut und wurde sogar immer besser. Als wir anfingen an A Million Dead Stars zu arbeiten, unterbreiteten sie uns schließlich ein Angebot, dass wir nicht ablehnen konnten. Klar, die Musik die wir machen ist anders, aber beide Parteien haben dieselben Ideen und denselben Spirit.“  Wer nun allerdings meint, dass die Band nun ständig zwischen Deutschland und Großbritannien hin und her reist, liegt allerdings gehörig daneben. „Ha, nein, nein so ist das nicht“, lacht Tim Smith. „Alles wird am Telefon oder per Internet geregelt.“ Das Album erscheint in ganz Europa an verschiedenen Release-Dates. Ein US-Release ist bisher allerdings noch nicht geplant, genauso wenig ein Vinyl-Release. „Bisher ist zum Thema Vinyl-Release noch nichts geplant, aber wir sprechen mit dem Label derzeit darüber“, antwortet Tim. Das hört sich ja schon mal ganz gut an. Musik wie die von The Brew gehört einfach auf Vinyl!

Das Jazzhaus Records Label hat sich auch ein wenig im Sound des Albums niedergeschlagen, A Million Dead Stars tönt überraschend gut aus  den Lautsprechern und sticht herrlich aus den aktuellen, totkomprimierten Produktionen heraus. Auch The Brew haben am Sound rein gar nichts auszusetzen. „Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Sound des Albums. Chris West war der Produzent und er hat uns wirklich den Sound gebastelt, den wir haben wollten. Wir wollten den Songs ein Soundgewand geben, das ihnen gut zu Gesicht steht“, wirft Kurtis Smith, Drummer von The Brew, in die Runde.
„Auf der CD gibt es einen Sound, der gut zu den Songs passt – und Live gibt es weiterhin unseren typischen Sound. Ich würde sagen, der Studio-Sound schmeichelt den Songs und unser Live-Sound ist direkter und geht mehr in die Eier“, fügt Tim noch hinzu.

Während wir von den 11th Street Kidz den Song Kam als das Highlight der Platte ansehen, hat in der Band jeder seine eigene Meinung. Gitarrist Jason Barwick gibt uns absolut Recht mit unserer Wahl, findet aber auch Surrender It All sehr stark. Vater und Sohn Tim und Kurtis Smith stehen allerdings mehr auf den Titeltrack A Million Dead Stars. Wie anfangs erwähnt starten The Brew in Kürze eine ausgedehnte Europa-Tour. Für Hobby-Journalisten wie uns wirft das natürlich sofort die Frage auf, ob denn die drei Jungs keine normalen Jobs haben. Das sorgt bei den dreien für Gelächter und wir werden umgehend aufgeklärt. „Nein, wir haben keine normalen Jobs – und wir wollen sie auch nicht haben. The Brew ist ein Fulltime-Job und da bleibt für nichts anderes mehr Zeit.“ Wer die bisherigen Tourdaten der angesprochenen Rundreise durchliest, wird feststellen, dass Köln bisher noch nicht in der Liste auftaucht. „Keine Sorge“, beruhigt uns Tim, “wir spielen auch dieses Jahr in Köln, irgendwann im November. Vorher spielen wir erst einmal in Bonn, da waren wir bisher noch nie!“

Natürlich müssen wir auch The Brew unsere Standard-Frage stellen, und natürlich haben auch sie ein paar lustige Geschichten aus dem Rock’n'Roll-Alltag der Band zu erzählen. Doch wir wollen den Bereich dieser Geschichten etwas einschränken und wollten nur wissen, ob während der Aufnahmen zu A Million Dead Stars etwas Erwähnenswertes passiert ist. „Oh, ehrlich gesagt lief alles relativ problemlos ab – außer das eine Mal, als Kurt darauf bestand, nackt einen Song einzuspielen – Bier sollte in Studios verboten werden!“, antwortet Tim unter großem Gelächter.

Jeder der sich schon mal ein paar Tracks der Band angehört hat, wird sofort feststellen, dass Free und Paul Kossoff ein großer Einfluss auf das Power-Trio sind. Kossoff würde dieses Jahr seinen 60. Geburtstag feiern, da kann man sich gut vorstellen, dass die Band ihm vielleicht einen kleinen Tribut auf der Bühne zollt. „Nein, bisher haben wir keinen Tribut gezollt. Ich denke, dass wird auch nicht passieren. Wir haben so viele Lieblingsbands und Lieblingsgitarristen, da könnten wir nur Covershows spielen und das haben wir ja schon hinter uns!“, klärt Tim uns auf.
An dieser Stelle müssen The Brew das Interview leider unterbrechen, um ihre “rehearsal” fortzuführen, damit sie für die kommende Tour auch gut in Schuss sind. Aber wir versprechen euch, dass es spätestens, wenn die Band Halt in Köln macht, mehr Material zu ihnen gibt!

www.the-brew.net // www.myspace.com/thebrewinfo

One thought on “The Brew-Join The Monkey Train”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>