Oli Brown-Keeping His Options Open

header_olibrown

Der junge Englaender Oli Brown hat sich ganz dem Blues verschrieben und mit seinem Erstlingswerk Open Road für maechtig Aufsehen gesorgt, doch erst durch die Teilnahme an der alljaehrlichen Blues Caravan Tour seines Label-Chefs Thomas Ruf konnte er Ende 2008 den richtigen Durchbruch innerhalb der Szene erzielen. Nun veröffentlicht Oli Ende April sein neues Album Heads I Win Tails You Lose, und somit wird es Zeit fuer uns, dem Jungen mal auf den Zahn zu fuehlen.

Heads I Win Tails You Lose wurde von dem legendären Blues-Produzenten Mike Vernon produziert, der unter anderem für Leute wie Rory Gallagher, Paul Kossoff und Eric Clapton am Mischpult saß. „Zu dieser Zusammenarbeit kam es durch unseren Labelboss Thomas Ruf“, steigt Oli in das Interview ein, „Er fragte Mike, ob er nicht Lust hätte mein neues Album zu produzieren und nachdem er sich einige meiner Videos bei youtube.com angesehen hatte, sagte er schließlich zu.“ Das selbst ein Mike Vernon mittlerweile youtube.com als Informationsplattform für neue Künstler heranzieht, zeigt eigentlich nur noch mehr, wie wichtig diese Art der Promotion für junge Bands heutzutage ist. Die Zusammenarbeit mit Mike Vernon bezeichneten viele Musiker als sehr inspirierend und kreativ. Auch Oli kann über Mike nur Gutes berichten. „Es war einfach nur geil, mit ihm zusammen zu arbeiten! Wir hatten eine Super-Atmosphäre im Studio und er brachte viele Ideen mit ein. Das Wichtigste ist jedoch, dass wir richtig gute Freunde geworden sind – ich bin mir sicher, dass wir nun für immer in Kontakt bleiben werden“, freut Oli sich.

Heads I Win, Tails You Lose ist ein viel verwendetes Sprichwort und es bringt die Frage auf, wieso Oli  gerade dieses Sprichwort als Titel für sein zweites Album gewählt hat. „Dahinter steckt eigentlich nichts Besonderes“, antwortet Oli wie aus der Pistole geschossen.  „Es ist einfach nur meine liebste Textzeile aus dem Song Keeping My Options Open und so wurde es Titel des Albums.“ Keeping My Options Open ist auch einer von zwei Songs, die Oli zusammen mit Mike Vernon schrieb. „Naja, so ganz richtig ist das nicht – Keeping My Options Open haben wir zusammen geschrieben, das stimmt, aber der Song Speechless war schon fertig, als ich ins Studio kam. Allerdings haben Mike und ich während der Aufnahme beschlossen, für den Song komplett neue Lyrics zu schreiben. Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht mit ihm zusammen an Liedern zu arbeiten.“

Eine andere Idee von Mike Vernon war es, den Bluesklassiker Fever zu covern. „Ja, auch das war Mikes Idee. Anfangs war ich mir nicht ganz sicher, ob ich diesen Song mit aufs Album nehmen wollte, doch je öfter wir ihn spielten und langsam das richtige Feeling für ihn entwickelten, desto sicherer wurde ich mir, dass dieser Track mit aufs Album muss“, klärt Oli Brown uns auf. Auf Heads I Win Tails You Lose befindet sich auch eine zweite Coverversion, nämlich No Diggitty, ein Sample aus dem Bill Wither-Song Grandma’s Hands. „Dieser Song ist allerdings auf meinem Mist gewachsen!“, lacht Oli. „ Ich habe diesen Track schon früher live gespielt und viel Arbeit in die richtigen Harmonien investiert. Ich habe immer versucht, den Song  schön ‘bluesig’ zu machen und ich denke, dass ist mir ganz gut gelungen.“ Der Name Thomas Ruf ist bis hierher schon einige Male gefallen – vielleicht wird es Zeit, ihn für all diejenigen, die ihn nicht kennen, einmal vorzustellen: Thomas Ruf ist der Chef des deutschen Labels Ruf Records. Er ist bekannt dafür junge Blueser zu fördern und zu unterstützen. Wir wollen von Oli wissen, ob er mit der Zusammenarbeit zufrieden ist oder ob er gerne etwas ändern würde. Olis Antwort  ist wie erwartet sehr positiv: „Die Zusammenarbeit mit Ruf Records ist wirklich gut und da ich einen noch länger andauernden Vertrag mit ihnen habe,  planen wir neben der Veröffentlichung des neuen Albums auch noch einige andere neue Projekte.“ Man kann also gespannt sein, was das Ruf Records und Oli Brown in nächster Zeit noch so zu bieten haben.

Als nächstes steht für Oli natürlich eine Tour an, um das Album zu promoten. Diese Tour führt ihn diesen Monat (April 2010) auch nach Deutschland. „Ich kann es kaum erwarten, nach Deutschland zu kommen!“ Oli wird euphorisch. „Ich liebe es, in Deutschland zu spielen, das Publikum bei euch ist immer sehr gut zu mir. Ich freue mich echt auf euch!“ Nach dem Deutschlandabstecher wird Oli zusammen mit Joanne Shaw Taylor, eine ebenfalls gerade aufstrebende Bluesgitarristin, durch ihre gemeinsame Heimat Groß Britannien touren. Für die beiden ist das gemeinsame Touren allerdings nichts Neues, denn sie kennen sich bereits von der Blues Caravan Tour 2009. „Naja, ein bisschen anders ist das jetzt schon, “ gibt Oli zu denken. „Schließlich spielen wir jetzt jeder unser eigenes Set anstatt zusammen – das heißt natürlich nicht, dass wir im Verlauf der Tour nicht mal zusammen jammen werden.“

Paul Kossoff (Free) wäre dieses Jahr 60 Jahre alt geworden. Da seine Landsmänner von The Brew kein Cover von ihm planen, fragen wir einfach ganz frech bei Oli nach, ob er etwas in diese Richtung vorgesehen hat – schließlich ist er ja auch ein wenig von Paul Kossoff inspiriert worden und hat ein paar Cover-Songs in seiner Setlist. „Also, es ehrt mich immer, wenn ich mit Musikern wie Paul Kossoff verglichen werde – auch wenn sein Einfluss auf mich gar nicht so groß ist, ich bin eher von Sean Costello & Chris Cain inspiriert. Zum Thema Live-Cover: Es gibt so viele gute Songs, die ein Cover verdient hätten. Im Moment suche ich eher nach etwas anderen Songs, die ich in meinen eigenen Sound transferieren kann, um so meine Shows etwas aufzulockern. Aber man soll niemals nie sagen. Vielleicht komme ich ja bald an einen Punkt, an dem ich unbedingt einen Free Song bringen muss?“

Zum Abschluss des Interviews stellten wir natürlich auch Oli unsere Standardfrage nach lustigen Geschichten, diesmal bezogen wir uns natürlich hauptsächlich auf die Aufnahmen mit Mike Vernon. „Haha, ja, da gibt es einige lustige Sachen zu erzählen“, platzt es aus Oli heraus. „Als wir Keeping My Options Open aufnahmen, sang er einige komische tiefe Sachen am Ende des Song – er hatte nicht gemerkt, dass er noch am Aufnehmen war. Wir lachten uns kaputt, hörten es uns nochmal an und fanden es gar nicht mal so schlecht – sobald das Album raus ist, könnt ihr es euch selber am Ende des Songs anhören, wir haben es nämlich drin gelassen, haha! Es hatte ein bisschen was von Tom Waits“, lacht Oli sichtlich erheitert.
Wir bedanken uns bei Oli für dieses Interview und freuen uns auf sein neues Album, Heads I Win Tails You Lose, welches wir euch nur ans Herz legen können!
„Ich bedanke mich auch und hoffe, dass ich euch und eure Leser bei meiner Tour durch Deutschland treffen werde!“, schließt Oli das Interview.

http://www.oliselectricblues.co.uk // www.myspace.com/oliblues

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>