Hardcore Superstar- Split Your Lip

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Vor einem Jahr eroeffneten die 11th Street Kidz ihre Website mit einem Review zur Hardcore Superstar-Scheibe Beg For It. Die vier schwedischen Jungs waren genauso wenig untaetig wie wir. Und so koennen wir euch auf den Tag genau ein Jahr spaeter das Review zu ihrer neuen Platte Split Your Lip praesentieren. Das nenn ich mal Timing!

HCSS - Split Your LipHardcore Superstar wären sicher gerne auch die erste Band gewesen, deren Album von uns das Prädikat „Rock&Roll“ bekommen hat, doch dafür reichte es damals nicht ganz (als ob Hardcore Superstar von der Existenz der 11th Street Kidz auch nur einen blassen Schimmer hätten haha). Dennoch bekam Beg For It von mir vier von fünf Girls und ich habe das ganze Jahr über die Songs Into Debauchery und Shades Of Grey abgefeiert, allerdings stieß das Album nicht überall auf so viel Gegenliebe. Vielen war das Werk zu heavy, zu metallisch. Wenn man Split Your Lip in den Player schiebt, wird man sofort feststellen, dass dieser sehr Metal-lastige Sound von Beg For It auf Split Your Lip wieder einer Handvoll Sleaze gewichen ist. Der Opener Sadistic Girls kommt richtig dreckig aus den Boxen gedrückt: Jocke Berg klingt wie eine räudige Straßenkatze, die Rhythmus-Sektion, bestehend aus Martin Sandvik (Bass) und Adde (Drums), prügelt sich gewohnt druckvoll durch den Song. Gitarrist Vic Zino schüttelt sich ein fettes Riff aus dem Ärmel, ehe sich ein nettes Solo dazu gesellt. Der Refrain kommt HCSS-typisch mit einem dicken Chor daher und alles in allem geht dieser Song sofort in Mark und Bein.

HCSSSadistic Girls ist definitiv der beste Opener der Band seit Kick On The Upperclass! Guestlist heißt Song Nummer zwei und wenn man sich die Lyrics so anhört, scheinen Hardcore Superstar von unbekannten Gästen bei ihren Gigs nicht allzu viel zu halten. So ganz klar wird mir das allerdings nicht, ich glaube, auf ihrer nächsten Tour muss ich sie mal interviewen und da genauer nachfragen, hehe. Der Song an sich macht dort weiter, wo Sadistic Girls aufgehört hat und lädt zum fröhlichen Mitgröhlen und Fußwippen ein, ehe uns das Quartett das erste Highlight des Albums entgegenschleudert: Last Call For Alcohol. Ja, was soll man da noch sagen? Vielleicht etwas in der Art von „Wenn ich den Song höre, habe ich einfach Bock auf‘n Bier!“. Das trifft es ziemlich gut! Was für eine fette Hymne in der Tradition von We Don’t Celebrate Sundays und Wake Up Dead In A Garbage Can! Einen ganz, ganz kleinen Wermutstropfen gibt es dann allerdings doch: Der Song muss ohne ein Gitarren-Solo auskommen und das ist für mich schon fast ein Kapitalverbrechen.

HCSS LiveDer  Titeltrack des Albums nimmt nach den ersten drei sehr guten Nummern etwas das Tempo raus. Nein, Split Your Lip ist keine Ballade, ganz im Gegenteil. Nur zündet der Song im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht direkt im ersten Durchlauf: Der Refrain ist zwar HCSS-typisch, der Aufbau des Songs und die Strophen sind aber etwas gewöhnungsbedürftig. Nachdem ich die Scheibe mittlerweile sicherlich zehn Mal konsumiert habe, ist allerdings auch dieser Song gnadenlos tief in meinem Kopf verankert. Moonshine war/ist die erste Single des Albums und lässt einen schon mit seinem ungewöhnlichen Anfang aufhorchen. Schnell findet man sich  jedoch in einem typischen HCSS-Song wieder und reckt die Faust in den Himmel: Cooler Song. Über den nun folgenden Track habe ich im Vorfeld in vielen großen Magazinen (Die kriegen Promo CDs, wir nicht! Wieso eigentlich?) schon einiges gelesen: Das ebenfalls in Köln ansässige Rocks Magazin ging sogar soweit und betitelte diesen Song als inoffiziellen Nachfolger zu Guns N’Roses One In A Million. Das ist vielleicht etwas übertrieben, aber dass Here Comes That Sick Bitch etwas kann, ist nicht von der Hand zu weisen. Von einer feinen Akustikgitarreneinlage begleitet liefert Jocke Berg eine stimmlich starke Performance ab,  die sich lyrisch sehr nahe an der Gürtellinie bewegt – dieser Song bleibt definitiv im Ohr hängen.

HCSS LiveDass ich auf jedem Album immer zwei bis drei persönliche Highlights habe, ist für euch nichts Neues. Im Fall von Split Your Lip sind es diesmal drei Highlights und das zweite folgt mit What Did I Do. Nach dem akustischen Vorgänger wird hier wieder elektrisch gespielt und warscheinlich waren hier während der Aufnahme des Songs die Potis der Verstärker voll aufgedreht! What Did I Do hat einfach alles, was ein richtig guter Song braucht: Einen krachenden Refrain, eine geile Stimme, fette Riffs, geile Lead-Gitarren und eine Rhythmustruppe, die einen direkt in den Bauch tritt – hier stimmt alles. Großartig! Bully heißt der nächste Track und schlägt stilistisch in dieselbe Kerbe wie What Did I Do, kann aber dessen Niveau nicht ganz halten. Aber das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau. Leider folgt nun mit Won’t Go To Heaven nur ein durchschnittlicher Track. Am Ende hat man das Gefühl, sich gerade durch einen etwas zähen Füller gehört zu haben.

Das Hardcore Superstar aber nach hinten raus einmal mehr nicht die Luft ausgeht,  beweisen die letzten beiden Lieder des Albums: Honeymoon ist ein klasse  Rocker mit einem weiterem Ohrwurm-Refrain.  Run To Your Mama ist für mich das dritte Highlight der Platte. Vom Sound her kann man sagen, dass man es bei Run To Your Mama mit einer Ballade zu tun hat: Jocke Berg wird hier minimalistisch von einem Klavier und Streichern (aus der Konserve) begleitet. Ein weiteres Mal glänzt er mit seiner einfach unglaublichen Stimme und macht diesen Song damit einfach unglaublich gut. Ich hab von diesem Track so einen Ohrwurm bekommen, dass ich ihn mindestens 30 Mal am Stück gehört habe – und ich muss ständig aufpassen, dass mir das nicht schon wieder passiert!

Die Aufmachung des Albums ist wieder sehr schön geraten, hier hat Nuclear Blast sich nicht lumpen lassen. Das Album kommt im edlen Pappschuber, die CD an sich aber im Jewel Case, diese Lösung gefällt mir immer am besten. Im dicken Booklet sind neben einigen Fotos auch die Texte der Songs zu finden, was für mich immer sehr wichtig ist, da ich diese gerne mit- bzw. nachlese. Hier kommen wir leider zu einer kleiner Schwachstelle des Albums: Den Lyrics. Klar, ich erwarte von Hardcore Superstar keine lyrischen Meisterwerke, aber manchmal dürfte es ruhig etwas mehr sein als ein paar zusammengewürfelte Wörter, die einfach aneinander gereiht werden (wie z. B. in Won’t Go To Heaven). Soundtechnisch geht das von Tobias Lindell produzierte Werk in Ordnung. Der kompakte und druckvolle Sound passt sehr gut zu den Songs von Split Your Lip, auch wenn ich davon ja eigentlich kein großer Fan bin. Leider reicht es für Hardcore Superstar wieder nicht ganz zum Rock&Roll Prädikat, das liegt aber einfach daran, dass ihr selbstbetiteltes Album aus dem Jahr 2005 ihre Referenz bleibt. Aber eins haben Hardcore Superstar geschafft: Mit vier hochkarätigen Alben hintereinander haben sie ihre Landsmänner Crashdiet vom Genrethron verstoßen!

Facts

  • Release: 26. November 2010
  • Label: Nuclear Blast
  • Format: CD
  • Songs: 11
  • Spielzeit: 41:04

Links

Tracklist

  • 01. Sadistic Girls
  • 02. Guestlist
  • 03. Last Call For Alcohol
  • 04. Split Your Lip
  • 05. Moonshine
  • 06. Here Comes The Sick Bitch
  • 07. What Did I Do
  • 08. Bully
  • 09. Won’t Go To Heaven
  • 10. Honeymoon
  • 11. Run To Your Mama

Review by Eric Borderline
Quelle Fotos: MySpace

One thought on “Hardcore Superstar- Split Your Lip”

  1. Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg says:

    Eine sehr schöne Musikgruppe, wenn sie sich die Haare schneiden würde. Auch scheinen sie sehr wenig Zeit draußen in der Natur zu verbringen, was ich an ihrer kahlen Gesichtsfarbe ausmache.

    Und erst diese Schminke.

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