Villa Zeno-Wir Wollen Tanzen!

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Am 25. November dieses Jahres verschlug es  die Eleventh Street Kidz in einen der coolsten Clubs in ganz Koeln: Es ging in die Kantine. Grund dieses kleinen Betriebsausfluges war das anstehende Konzert unserer englischen Neuhelden The Brew. Kurz vor dem Gig habe ich noch auf der Homepage der Kantine gelesen, dass an diesem Abend eine Gruppe namens Villa Zeno das Konzert eroeffnen wird. „Villa Zeno? Habe ich ja noch nie gehoert!“, sagte ich noch zu mir selbst, ehe ich mich auf den Weg machte. Auch von den anwesenden Gaesten in der Kantine hatte scheinbar noch nie irgendjemand etwas von dieser Band gehoert.

Kurz bevor sie auf die Bühne gingen, wurde mein Eindruck durch den Ansager der Kantine bestätigt: „Die nächste Band ist wieder so eine Band, die kein Schwein von euch kennt.“ Wie Recht er hatte. Da The Brew derzeit richtig abgehen, war die Kantine gut gefüllt, es waren etwa 500 Besucher anwesend. Diese 500 Leute standen nun  mit kritischer Miene vor der Bühne und waren gespannt auf das, was nun kommen mochte. Bereits mit dem ersten Song hatte die junge Band aus den Niederlanden es geschafft, die Meute auf ihre Seite zu ziehen. Mit ihrem untypischen Line-Up, bestehend aus Gitarre, Schlagzeug und Keyboard, zogen sie die Blicke auf sich und wussten auch musikalisch zu überzeugen – so sehr, dass das Publikum am Ende sogar lauthals nach einer Zugabe schrie. Auch ich war von ihrem Sound sehr angetan und kümmerte mich gleich um ein Interview mit der Band.

Da wahrscheinlich auch von euch keiner diese Band kennt, außer ihr wart auch bei besagtem Konzert, bat ich die drei Jungs zunächst einmal, sich vorzustellen. „Wir sind eine niederländische Band, bestehend aus Jonah Falke an der Gitarre und am Mikro, Tom Menke an den Drums und mir, Timon Massop an den Keyboards und ebenfalls am Mikro“, gibt der sympathische Tastenmeister zum Besten. Für die drei Jungs war es der erste Gig in Deutschland und sie hätten nie im Leben damit gerechnet, dass dieser Auftritt so ein Erfolg wird. „Eigentlich hätten wir damit gerechnet, dass die Leute uns von der Bühne buhen, damit sie schneller The Brew sehen können, doch es kam alles ganz anders“, erinnert sich Timon zurück. „Es war einfach nur großartig. Als wir anfingen zu spielen, begannen die Leute sofort mitzugehen und so entstand eine ganz besondere Chemie zwischen uns und dem Publikum, es kam zu einem regelrechten Energieaustausch. Solche Publikumsreaktionen haben wir bisher noch nie erlebt!“

Villa Zeno haben einen ganz eigenen Stil, der sich eigentlich nirgendwo so recht einordnen lässt. Allerdings gibt es da einen großen Einfluss, der alleine schon durch das Line-Up sofort in Erinnerung gerufen wird: The Doors. Doch ich höre da noch jede Menge andere Einflüsse heraus, die Gitarre von Jonah zum Beispiel klingt für mich oft nach dem Clapton der Siebziger Jahre. „Den Vergleich mit den Doors hören wir am meisten. Ich denke genau wie du, dass es daran liegt, dass wir keinen Bassisten haben und so unser Line-Up sehr dem der Doors gleicht. Allerdings hat Jonah auch ein ähnliches Feeling in seiner Stimme wie Jim Morrison. Unsere Einflüsse sind jedoch eigentlich sehr verschieden: “Jonah hört Sachen wie Little Feat, Tom Waits und JJ Cale. Tom spielte bereits in vielen Bluesbands, und das ist auch die Musik, die er am liebsten hört, während ich am liebsten Boogie-Woogie und Uptempo Rock&Roll höre“, klärt Timon uns über die Geschmäcker der Band auf, ehe er hinzufügt: „Unser Sound entsteht aber durch uns drei zusammen: Jonahs dunkle Stimme, Timons schnelles Pianospiel und Toms Grooves; das ist der Sound von Villa Zeno.“ Jonah selber merkt noch scherzhaft an: „Ich höre allerdings nicht Clapton, vielleicht sollte ich das mal tun“.

Vor dem Gig erwähnte der Ansager, dass The Brew Villa Zeno auf einem Festival in Holland gesehen haben und so begeistert waren, dass sie die Band unbedingt als Support-Act für ihre Tour wollten. Wir fragten Timon, ob das so stimmt oder man das Publikum an diesem Abend falsch informiert hat.  „Tim (Bassist von The Brew) mochte unseren Sound wohl wirklich gern, besonders den Song Let Them Eat Cake. Nach unserem Gig kam er Backstage und gratulierte uns zu unserer Performance, wir quatschten ein bisschen und plötzlich fragte er uns, ob wir The Brew in Köln supporten wollen. Wir waren etwas irritiert und dachten, dass er uns auf dem Arm nehmen will, doch er meinte es tatsächlich ernst und wir sollten eine E-Mail an sein Management schicken. Das taten wir dann auch und nach ein paar Tagen bekamen wir die Bestätigung, dass alles arrangiert sei. Vor dem Gig aßen wir zusammen mit The Brew und sie erzählten uns, dass wir die erste Band seien, für die sie sich so eingesetzt haben. Das war natürlich eine Ehre für uns. Wir werden The Brew demnächst auch in ihrer Heimatstadt Grimsby supporten, und da The Brew richtig cool drauf sind, freuen wir uns schon auf diesen Gig!“

Dass Villa Zeno mächtig Eindruck gemacht haben, merkt man daran, dass sie bereits am 12. Februar 2011 im Schwesterclub der Kantine, dem Yard Club, als Headliner spielen werden (Hingehen, Leute!!!). „In der Kantine zu spielen war bisher das Beste, was uns passiert ist!“, sagen die drei Niederlänger fast gleichstimmig, ehe Jonah ergänzt: „Jetzt sind wir der Headliner und das ist natürlich eine Chance, die wir nicht ungenutzt lassen wollen. In Deutschland zu spielen macht einfach eine Menge Spaß, das Publikum ist ganz anders, aber auf eine angenehme Art und Weise.“ „Dieses Mal nehmen wir aber eine Karte mit!“, wirft Timon lachend ein. „Am 25. haben wir nach dem Konzert ein Taxi in die Stadt genommen und uns total verirrt. Wir haben zwei Stunden gebraucht, um unser Hotel zu finden! Aber wir werden im Yard Club auch ein paar neue Songs dabei haben und hoffen, dass wir die Leute damit zum Tanzen bringen werden. Also vergesst eure Tanzschuhe nicht!“.

Nach dem Gig am 25. November bin ich sofort zum Merchandise-Stand geflitzt, um mir einen Tonträger von Villa Zeno zu kaufen, doch leider gab es solch einen dort nicht. Als ich mich spät in der Nacht über die Band im Internet informierte, fand ich heraus, dass es bisher noch keine Studio-Aufnahmen der Band gibt. Doch die Bandmitglieder geben Entwarnung, denn sie erzählen uns, dass sie am 12. Februar eine Demo dabei haben werden und die Songs bereits im Januar auf ihrer MySpace-Seite zu hören werden sein. „Wir werden vier bis fünf Songs aufnehmen – darunter auch deinen Liebling A Day In The Life. Weißt du, warum du den Song so magst?“, fragt mich Timon. Ich verneine und er klärt mir, dass es in diesem Song um Ecstasy geht. „Ich glaube, der Song gibt dir einfach ein gutes Gefühl.“

Für 2011 haben die drei sich vorgenommen, so viele Gigs wie möglich zu spielen und dabei verfolgen sie ein bestimmtes Ziel: Sie würden gerne einmal für den WDR Rockpalast spielen. Auch da sind sich alle drei einig: „It would be a dream coming true“. Mit diesen Worten beenden wir das Interview mit Villa Zeno und überlassen den Jungs das letzte Wort:„Danke für das Interview und wir sehen uns alle am 12. Februar im Yard Club! Wir wollen tanzen!“

www.myspace.com/villazeno

2 thoughts on “Villa Zeno-Wir Wollen Tanzen!”

  1. Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg says:

    Vielen Dank für diese Empfehlung. Eine wirklich knuddelige kleine Kapelle. Sie sehen auch sehr viel gepflegter aus, als die meisten anderen Musikgruppen von denen ihr berichtet. Ich werde meiner Gattin die Musik vorspielen und dann mit ihr gemeinsam auf ein Konzert dieser schicken Jungens gehen.

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