Zum Ende der White Stripes

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Auf der Website von Jack Whites Musiklabel „Third Man Records“ ist es zu lesen: „The White Stripes would like to announce that today, February 2nd, 2011, their band has officially ended and will make no further new recordings or perform live.“ Damit verabschiedet sich eine der einflussreichsten Bands der vergangenen Dekade.

Zwischen 1999 und 2007 brachte die Band um Jack und Meg White sechs Studioalben heraus. Ihr Sound gab den Anstoß für das Retro-Rock-Revival des letzten Jahrzehnts. Die letzte Tour 2007 musste abgesagt werden. Meg hatte Angstzustände. Jack widmete sich seinen Nebenprojekten. The Raconteurs, The Dead Weather. Er baute sich sein eigenes Studio mitsamt eigenem Plattenladen in Nashville. Er avancierte zum gefragtesten und wohl auch begabtesten Gitarristen seiner Generation. Spielte mit den Stones, Dylan und Jeff Beck. 2007 schrieb er den Titelsong Another Way To Die zum zweiten Craig-Bond Ein Quantum Trost. Meg zog sich zurück und heiratete den Sohn von Patti Smith.

Auf der Homepage von Third Man Records steht: „The White Stripes do not belong to Meg and Jack anymore. The White Stripes belong to you now and you can do with it whatever you want. The beauty of art and music is that it can last forever if people want it to.“ Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 kennt jeder die White Stripes. Seven Nation Army vom 2003er Album Elephant wurde zur Hymne. Seither gibt es keine Indie-Party, die ohne diesen Song auskommen kann. Ein so schlichtes Riff, bei dem man sich ständig fragt, wie es angehen konnte, dass es in fünfzig Jahren Rock ‘N’ Roll erst so spät entdeckt worden ist.

Aber dieser Song wurde der Band auch zum Verhängnis. Festivalauftritte der Band wurden zur 90-minütigen Warterei. Der Mob saß auf seinem Arsch, bis endlich dieser Song kam. Dabei waren die White Stripes mehr als Seven Nation Army. Im Bandkatalog wirkt der Song eher wie ein Fremdkörper. Sie standen für ihr enormes Verständnis für den Blues und Bluesrock. Sie spielten Songs von Son House und Dylan. Letzteren bezeichnete Jack einst als einen seiner drei Väter – neben seinem biologischen Vater und Gott. Sie wagten es als eine der wenigen Bands einen Song von Captain Beefheart zu covern. Megs simples Drumming und das großartige Gitarrenspiel von Jack ergänzten sich unglaublich.

Jetzt ist offiziell Feierabend.

Artikel By Tidl

5 thoughts on “Zum Ende der White Stripes”

  1. jack frost says:

    ich stimme tidl zu.

  2. Tidl, benimm dich bitte, schließlich ist es uns eine große Ehre, so einen bedeutenden Politiker und aufrichtigen Menschen unseren Leser zu nennen.

  3. Tidl says:

    Lieber Karl Theodor,

    könntest du bitte deine Fresse halten!

    Aufrichtigsten Dank!
    Tidl

  4. Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg says:

    Guten Abend,

    “Seven Nation Army”, dieses gefühlvolle Stück Musik, es erinnert mich immer an einen Abend am Lagerfeuer im Camp Warehouse in Afghanistan. Da saßen wir, ich, meine Frau, die Männer und Frauen, die ihre Leben riskieren für die Freiheit und die Menschenrechter dieses Stückchens Erde.
    Da war der Hauptgefreite Kowalski, der auf seiner Westergitarre dieses Lied anstimmte und noch viele weitere schöne Lagerfeuer-Hits.
    Es gab Hammelfleisch und geröstete Bananen.
    Ich werde diesen Augenblick nie vergessen.

  5. Eric Nise says:

    Nett geschrieben und sämtliche interessanten Hintergrundinformationen auf den Punkt gebracht. *thumbs up*
    Ich war jetzt nie so der White Stripes Fan… trotzdem schade, dass sie abdanken.

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