THE DEEP DARK WOODS-THE PLACE I LEFT BEHIND

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Kennt ihr das, wenn ihr euch lange auf ein Album gefreut habt, aber dann der Veröffentlichungstermin verschoben wird? So ging es mir mit dem neuesten Werk von The Deep Dark Woods. Eigentlich sollte The Place I Left Behind am 2. August erscheinen, was es auch tat – entgegen aller Ankündigungen jedoch nur in Kanada. Der Rest der Welt musste noch bis zum 18. Oktober warten.

Ein bisschen wirkt sie wie aus der Zeit gefallen, die Musik der fünf Männer aus Saskatchewan: Eine erdige Mischung aus Folk, Bluegrass, Country und Rock, die ein wenig an die Grateful Dead oder Neil Young erinnert. Die Songtexte handeln oft von Outlaws, die nicht selten auf dem Schafott enden. Ihr Album von 2007 trägt gar den Titel Hang Me, Oh Hang Me.

 

Auf The Place I Left Behind bleiben sich The Deep Dark Woods treu, auch wenn das Album etwas stärker in Richtung Rock geht als der Vorgänger. Große Geschichten haben sie natürlich auch wieder im Gepäck – geradezu episch sind die beiden besten Songs des Albums. The Banks of the Leopold Canal erzählt von einem Soldaten, der kurz vor seiner Abreise steht: Annie, sweet Annie/I surely cannot stay/government has ordered me/that I must go away. Gleichzeitig ist es eine bittere Abrechnung mit dem Krieg: Out of Canada we lost many a men […] thousands lay dead on the Leopold shore. In The Ballad of Frank Dupree beschäftigen sich die Jungs erneut mit dem Thema Todesstrafe. Frank hat im Rumrausch seine Angebetene getötet, nachdem sie seinen Heiratsantrag abgelehnt hat. Dafür muss er hängen. Neben dem Storytelling faszinieren die beiden Songs auch durch ausgedehnte Gitarren- bzw. Orgelsoli.

 

Auch der Rest des Albums besteht, mit Ausnahme vom etwas lebhafteren Sugar Mama, aus elegischen Balladen: Neben den bereits erwähnten stechen vor allem Back Alley Blues und Oh, What a Life hervor. Im Deep-Dark-Woods-Universum regiert der Blues, wunderschön arrangiert mit Gitarre, Pedal Steel, Banjo, Hammondorgel und Geige. Getragen wird das Ganze von Ryan Boldts verträumt-lethargischem Gesang. Auch wenn The Place I Left Behind nicht ganz mit dem formidablen Winter Hours von 2009 mithalten kann, ist es ein rundum gelungenes Album. Und genau das Richtige für kanadisch-kalte Herbstabende.

 

 

One thought on “THE DEEP DARK WOODS-THE PLACE I LEFT BEHIND”

  1. Greg says:

    Grade mal reingehört, verdammt schöne Musik! Hatte von der Band vorher noch nichts gehört…schade, dass sie alles nur auf CD rausbringen und nichts auf Vinyl :(

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