Little Hurricane-Homewrecker

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Nach dem heißen Herbst folgt die veröffentlichungsarme Vorweihnachtszeit, so dass dies vielleicht der richtige Zeitpunkt ist, auf Bands aufmerksam zu machen, die in den letzten Monaten nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen haben und deren Album unter jedem Weihnachtsbaum liegen sollte. Solch eine Band ist little hurricane (ja, die schreiben sich wirklich so). Im Frühjahr 2010 lernten sich Toningenieur Tone und Barkeeperin CC (ja, die nennen sich wirklich so) über eine Anzeige kennen und entdeckten ihre gemeinsame Liebe für den Blues. Bereits einige Monate später erhielten sie den San Diego Music Award in der Kategorie Best New Artist; im März diesen Jahres veröffentlichten sie in Eigenregie ihr Debütalbum Homewrecker.

 

Da Tone der Leadsänger und Gitarrist ist und CC am Schlagzeug sitzt, liegt der Vergleich mit den White Stripes natürlich nahe. Aber auch wenn das Album stellenweise an Jack und Meg erinnert, sind little hurricane doch kein müder Abklatsch. Ihr Blues ist rau, oder, wie sie selbst sagen, schmutzig. Nicht selten wirkt gerockt, was das Zeug hält. Beim Opener Trouble Ahead lässt Tone seine Gitarre aufheulen und wer beim Titelsong still sitzen bleibt, der liegt wahrscheinlich schon im Koma. Es geht aber auch ruhiger, z.B. in Tear Bucket oder Sweet Pea, in dem sich die Band ganz bluestypisch im Herzschmerz ergeht. Weitere Highlights sind der Call-and-Response-Song Crocodile Tears, das sehnsüchtige Shortbread und das mit Mandoline und Streichern versüßte Finale Give Em Hell.

 

Homewrecker ist ein solides Debütalbum, das die stürmische Unverfälschtheit des frühen Chicago Blues bewahrt und trotzdem modern klingt. Wer also die Wartezeit bis zum nächsten Black-Keys-Album überbrücken will oder einfach mal wieder Lust auf eine Scheibe hat, die richtig rockt, der wird hier fündig. Bei Amazon gibt es den Download übrigens für knapp sechs Euro, also beim nächsten Kneipenbesuch lieber zwei, drei Bierchen weniger trinken und das Geld in little hurricane investieren.

 

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