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Die Geburtsstunde des Southern Rock wiederveröffentlicht als 180g-Vinyl

Tuesday, 1 November 2011

11 comments


Geburtsstunde des Southern Rock? Aber was ist denn mit den Allman Brothers, ZZ Top, etc.? Klar gab es vor Skynyrd auch schon Musik, die man als Southern Rock labeln kann. Aber erst mit den sieben Jungs aus Alabama wurde dieses Genre perfektioniert. Am 13. August 1973 erschien ihr Debutalbum, mit dem sie den Grundpfeiler dafür legten, dass Southern Rock bis heute mit dieser Band assoziiert wird. Und für diesen Erfolg brauchte es nicht einmal besonders herausragende Musiker. Gary Rossington und Allen Collins sind keine Gitarrengötter, Ed King spielt hier auf dem ersten Album noch Bass und wurde von Ronnie van Zant einmal als der schlechteste Bassist, mit dem er je zusammengearbeitet hat, bezeichnet. Was hier zählt, ist eine homogene Band, die ihre Songs authentisch herüberbringt. Allerdings: Höhepunkt des Albums, wie auf allen Skynyrd-Alben, ist und bleibt für mich Ronnie Van Zant. Dieser Mann singt in allen Songs seine Texte einfach nur dermaßen grundehrlich aus der Seele heraus, dass einem das Herz brennt. Und was für Texte es sind! Fernab von jedem prolligen Südstaaten-Kitsch handeln sie einfach vom Leben als junger Mensch: Profanes wie Kneipenschlägereien und Johnny Walker’s Red, Tiefgehendes wie Trennung, der Drang nach Freiheit und das Bestreben, ein aufrichtiges Leben zu führen.

Forget your lust for the rich man’s gold
All that you need is in your soul,
And you can do this if you try.
All that I want for you my son,
Is to be satisfied.

Nun ist dieses Album also am 4. Oktober endlich als 180g-Vinyl wiederveröffentlicht worden. Wie immer bei Reissues aus der Music on Vinyl-Serie wurde das Album originalgetreu reproduziert und einwandfrei gepresst. Originalgetreu bedeutet auch, dass die fünf Demos, die auf der CD-Wiederauflage als Bonus enthalten sind, nicht auf der Vinyl dabei sind; sie bringen aber auch keinen großen Mehrwert und so passt das Album weitherhin auf eine LP. Ihr Meisterwerk würden Skynyrd dann ein Jahr später mit dem noch homogeneren Second Helping veröffentlichen und mit Sweet Home Alabama ihren Durchbruch feiern. Allerdings konnten sie diesen Ruhm nur noch drei Jahre genießen, dann starb mit Ronnie van Zant die Seele der Band in den Flammen der Convair CV-300. (Das zweite Album ist auch als 180g-Vinyl wiederveröffentlicht worden, allerdings in Universals Back To Black-Serie, bei der die Pressqualität leider recht schwankend ist).

Ein Freund von mir hat mal gesagt, auf seiner Beerdigung solle von diesem Album Simple Man gespielt werden. Verständlich.

 

Greg Kerridge

Geschrieben von Greg Kerridge

11 Comments

Der hätte dich aber unter den Tisch gesoffen. “I drank enough whiskey to float a battleship around”…


Greg KerridgeNovember 1, 2011

Mit Ronnie hätte ich gerne mal gesoffen.


Ulrich BorowkaNovember 1, 2011

Ich muss Dr. Höltke Recht geben. Diese Musik läuft zu selten im Radio. Aber dafür wurde wurde neulich im Radio der Führer gegrüßt.


S. SzimanskiNovember 1, 2011

Ärgerlich, dass diese Art von Musik nicht häufiger im Radio läuft. Aber was will man da machen?

Cheers!
Dr. Höltke


Dr. HöltkeNovember 1, 2011

Die Platte haben wir damals im Wehrdienst immer gehört. Muss gerade rausgekommen sein. Leider hatten wir nicht so lange Haare wie die Band!


Professor JamfNovember 1, 2011

Vielleicht war das zweite Album der kommerzielle Höhepunkt, doch die erste LP wird ewig mein Lieblingsalbum sein.


Mister MonokelNovember 1, 2011

Ich konnte die Band während meines Auslandssemesterns in Austin mal live sehen. Lang, lang ist es her.

Aber Buddy war besser!


Admiral SpritzfischNovember 1, 2011

Allerdings. Diese Reunion ist wirklich nur schlimm….wenn schon das neue Album “God & Guns” heißt…


Greg KerridgeNovember 1, 2011

Es ist wirklich tragisch, aber dafür haben sie uns ein tolles Werk hinterlassen.

Es wäre nur schön gewesen, wenn sie damals aufgehört hätten. Ich kann leider mit der aktuellen Besetzung nicht sehr viel anfangen.


Lord MordNovember 1, 2011

Und leider nicht nur er ward zu Asche, sondern auch Steve Gaines, der an der Gitarre wesentlich mehr draufhatte als Rossington und Collins. UND ein guter Songwriter war. UND singen konnte…die Welt ist schlecht.


Greg KerridgeNovember 1, 2011

Es ist heute noch traurig, dass ein Mensch bei einem Flugzeugabsturz zu Asche werden kann.

Er war ein Großer!


Montgomery MonteNovember 1, 2011

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