Dr. Dog-Be the Void

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Gibt es eigentlich ein Popmusikgenre, das Dr. Dog noch nicht ausprobiert haben? Psychedelic Rock, Indie Pop, Lo-Fi, in welche Schublade hat man die Jungs nicht schon gesteckt, einfach weil so viel unterschiedliche Einflüsse in ihrem Werk auftauchen. Da sind zum Beispiel das psychedelisch angehauchte I Can’t Fly, die beatleske Popnummer My Old Ways oder das soulige Jackie Wants A Black Eye vom letzten Album Shame, Shame, um nur einige zu nennen. Auch Be the Void ist wieder so eine Platte, die sich unmöglich kategorisieren lässt. Ein musikalisches Chaos, das vor Einfallsreichtum nur so strotzt. Im ersten Moment kann einen das ziemlich erschlagen, aber gleichzeitig bieten die Songs so viele Überraschungen, dass man immer wieder etwas Neues entdeckt und das Album so das Potential hat, einen besonders lange zu erfreuen.

 

Den Auftakt macht das stampfende Lonesome mit der Twang-Gitarre, gefolgt von That Old Black Hole, das ebenso wie Get Away und Heavy Light mit Afrobeats experimentiert; dazu kommen noch nach Sturm klingende Soundeffekte. Zwischendurch nimmt der Song so sehr an Fahrt auf, dass man fast überhören könnte, wie pessimistisch er ist: It’s like that old black hole/no matter how you try/you set out each day never to arrive. Die Computerspielsounds bei Warrior Man sind vielleicht etwas albern, aber das wird durch die satte Gitarre wieder wettgemacht. Der letzte Song Turning the Century wartet gar mit einer Sitar auf. Dazu gibt es noch klassische Rocksongs wie These Days, Vampire oder Big Girl mit dem höchst eingängigen Refrain. Abgerundet wird das alles durch die eigentümlichen Stimmen von Toby Leaman und Scott McMicken. Fest zum Line-up gehört seit diesem Album auch Multi-Instrumentalist Dimitri Manos, der in der Vergangenheit schon häufiger für die Band getrommelt hatte.

Dr. Dog ist das Kunststück gelungen Songs zu schreiben, die sowohl komplex sind als auch über eine geradezu unverschämte Ohrwurmqualität verfügen, also genauso, wie Popmusik sein sollte. Meine Empfehlung: Stürzt euch ins Getümmel und lasst euch überwältigen von diesem fabelhaften Album.

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