Slash feat. Myles Kennedy and The Conspirators-Apocalyptic Love

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Zwei Jahre hatte man Zeit, Slashs erstes Soloalbum zu verdauen. Die brauchte man auch, um seelenlose Songs, unpassende Sänger und das miserable Albumcover aus seinen Albträumen zu verdrängen. Nun also der zweite Versuch, diesmal mit Myles Kennedy and The Conspirators. Und wenn man im Brei der bedeutungslosen Rockalben vergleichen will: Es ist ein bisschen besser geworden. Abgesehen vom Cover natürlich.

Fangen wir an mit dem Grund, warum man sich ein Slash-Album kauft: Der Mann mit dem hohen Hut. Ich kann ihn durch seine Entwicklung zur Publicitynutte in den letzten Jahren zwar nicht mehr ganz ernst nehmen. Aber der Mann hat’s an der Klampfe einfach drauf, melodische Soli, tolle Riffs und Licks. Auch die Talk Box kramt er mal wieder raus. Für mich spielt er auf dem Album zwar zu viel im Drop-D-Tuning, aber er will wohl modern klingen.

So gut Slash auch ist, was Soli und Riffs angeht, das alleine macht halt keinen guten Song aus. Einen Song mit interessanter Struktur zu schreiben, das halt Slash nie gekonnt, schon bei Guns N’ Roses war der Mastermind dafür Izzy Stradlin. Und so reihen sich die Songs in ein Niveau ein mit denen auf Slash oder den Snakepit-Alben. Kurioserweise sind zwei der besten Songs auf Apocalyptic Love (Carolina und Crazy Life) nur auf der Deluxe Edition als Bonus Tracks enthalten.

Und nun zu meinem Liebling: Myles Kennedy. Der Mann, der glaubt je höher man etwas singt, desto besser wird’s. Ich geb’s ja zu, ich kann seine Stimme einfach nicht ab. Wenn er wenigstens gute Texte schreiben würde, aber Fehlanzeige. Mit wenigen Ausnahmen ein einziger Mischmasch aus Rockklischees. Und so schafft er es, Apocalyptic Love von einem ganz netten Rockalbum zu einem für mich ungenießbaren zu machen. Wer dafür ist, dass Myles sich ganz auf seinen Job bei Alter Bridge konzentriert, hebe jetzt bitte die Hand.

Ich habe in meinem Freundeskreis noch niemanden kennengelernt, der mit Myles Kennedys Stimme etwas anfangen kann. Wenn doch, bekommt man einen durchschnittlich gutes Rockalbum, mehr auch nicht. Wenn die Zukunftspläne von Slash aussehen, alle zwei Jahre so ein Album herauszubringen, dann gute Nacht. Oder bringt die Zukunft doch noch Besseres, vielleicht ein Comeback von Velvet Revolver mit Scott Weiland?

We’ve all grown a lot. We’re able to put egos and differences and old conflicts aside and so that’s really cool. They gave me a couple of songs and myself and Dave and Duff are gonna be getting together for a song writing session next week.” (Scott Weiland, Mai 2012)

Na also.

Out of his mind. We have no intention of going backwards.” (Antwort von Slash)

Fuck you, Slash.

3 thoughts on “Slash feat. Myles Kennedy and The Conspirators-Apocalyptic Love”

  1. Tidl says:

    “We have no intention of going backwards.”

    Ein Schritt nach vorne ist Apocalytic Love ja nicht gerade. Er sollte wieder mit dem Rauchen anfangen, dann klappt’s auch mit der Musik.

  2. Buckethead1990 says:

    Ja, das Album ist echt mittelmäßig. Und die Stimme von Myles geht einem schnell auf den Sack. Slash enttäuscht mich immer mehr….

  3. Eric says:

    Slash ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Als nächstes steigt er bei Maroon 5 ein, schließlich ist er ja ach so erwachsen geworden.

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