Turbonegro-Sexual Harassment

Ganz schön dienstlich

Ich persönlich hatte ja nicht mehr daran gedacht, dass ich noch einmal eine neue Turbonegro-Platte in den Händen halten darf. 2008 durfte ich die Band wegen Euroboys Krebserkrankung nicht sehen, 2010 dann hat sich auch noch Sänger Hank von Helvete verabschiedet. Aber sie haben sich wieder aufgerafft und seit einem Jahr ist Tony Sylvester der neue Mann am Mikrophon.

Für alle die, die Turbonegro nicht kennen: Punkrock von norwegischen Jungs, die sich in den 90ern mit Musik im Stile von Stooges, AC/DC, etc. in Verbindung mit höchst provokativen Texten (Take a shower in Auschwitz – It’s deathtime!) einen Namen gemacht haben. Das alles wird noch ergänzt durch homosexuelle Klischees, Lippenstift, viel Schminke und einer enormen Menge an Jeansstoff. Fertig ist ein Band, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Und wer ihnen das gleichtut, hat eine Menge Spaß mit diesen Jungs (die übrigens bei ihrer Gründung überredet werden mussten, sich nicht Nazipenis zu nennen – Punks halt).

Die wichtigste Frage natürlich zuerst: Wie schlägt sich der neue Sänger Tony Sylvester, The Duke of Nothing? Kurz und knapp: Er macht seine Sache grandios, man muss sich im Vergleich zu seinem Vorgänger aber erst einmal an die Stimme gewöhnen. An einigen Stellen denkt man, man hört den jungen Lemmy. Auch die Band klingt an manchen Stellen (z.B. der Chorus von Buried Alive) recht motörheadesque. Ansonsten bleibt eigentlich alles beim alten: Eine Gitarrenwand aus Powerchords, kreischende Soli, fette Drums und die Texte, die Turbonegro nun einmal ausmachen: So get up and prance / Shake your shit machine, come on / all you hairy queens / gonna cream my jeans!

Das Songwriting ist so gut wie seit Scandinavian Leather (2003) nicht mehr. Beispiel Tight Jeans, Loose Leash. Ein Ohrwurm, wie ihn die Zombies von AC/DC seit 30 Jahren gerne einmal wieder schreiben und performen würden. Geiles Riff, stampfende Drums und ein Mitgröhlchorus inklusive Slidegitarre. Das Album als Ganzes hatte zwar einige Hördurchgänge nötig, um bei mir zu zünden, aber mittlerweile hat Sexual Harassment einen Ehrenplatz in meiner Turbonegro-Diskographie sicher. Anhören und Spaß haben. Wer nicht mindestens mit dem Fuß wippt, ist schon tot!

Zur Einstimmung die neue Single You Give Me Worms, das Album erscheint am 7. August auf Vinyl und CD. Wer vorbestellt, erhält das Album sofort als Download.

Wir sehen uns bei den Weltturbojugendtagen 2012 (20./21. Juli in Hamburg)!

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